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Das Auge des Feinschmeckers

Schottland-Krimi mit Rezepten

Unglaublich, was für ein abscheuliches Gericht man Angus MacDonald in einem mexikanischen Restaurant in Edinburgh serviert. Der bedeutendste Gastro-Journalist Großbritanniens, gleichermaßen gefürchtet wegen spitzer Feder und feiner Zunge, kann zum ersten Mal eine Fleischsorte nicht erkennen. Damit nicht genug. Nachdem er eine gepfefferte Kritik verfasst hat, fordert ein anonymer Anrufer ihn auf, seine Weisheiten in Zukunft für sich zu behalten. MacDonald lässt sich nicht einschüchtern und wird kurzerhand niedergeschlagen. Als dann auch noch das Curry in seinem liebsten indischen Restaurant grauenvoll missraten ist, reicht es dem Gourmet: Er forscht nach, um den Kriminellen das Handwerk zu legen, denn nichts weniger als die kulinarische Kultur seiner Heimatstadt steht auf dem Spiel. Unterstützt wird er von seinem italienischen Freund Alberto Vitiello, einem quirligen Guest House-Betreiber. Die beiden Detektive folgen dem Restaurant-Besitzer Francis Drake bis auf die Äußeren Hebriden. Hinter der kulinarischen Bühne betreibt Drake höchst kuriose Geschäfte. Und wer sich ihm in den Weg stellt, hat um sein Leben zu fürchten ...
 
»Das Auge des Feinschmeckers« ist der erste Fall von Angus Thinnson MacDonald, dem unermüdlichen Kämpfer für authentisches Essen und Trinken.

Pressestimmen:

»Gastro-Kritiker Angus Thinnson MacDonald kommt kriminellen Machenschaften auf die Spur, weil ihm das Essen nicht schmeckt. Als Beigabe gibt es einige schottische Rezepte.«
(Matthias Eickhoff in »Schottland-Reiseführer« 2016 im Stefan Loose Verlag)

»Winters Krimi-Komödien ranken um den Foodjournalisten MacDonald, der sich in seiner Freizeit als Detektiv auf Spurensuche begibt. Ermittelt wird immer in Sachen kulinarische Köstlichkeiten, denn schlechtes Essen bringt das schottische Blut des Feinschmeckers in Wallung«. (Badische Neueste Nachrichten, 30.12.16)


Leseprobe:

Wer rechnete mit einer derart ungraziösen Fügung des Schicksals, am lichten Tag und ohne dass die Wahrnehmung mit wenigstens einer Tasse Tee aktiviert worden wäre?
MacDonald hatte sich noch nie zu den Frühaufstehern gezählt. Vor elf Uhr am Schreibtisch zu sitzen, erschien ihm so unnatürlich wie Wasserskifahren. Er öffnete in freudiger Erwartung die Außentür, zu diesem Zeitpunkt noch den Postboten erhoffend, der jeden Morgen willkommene Abwechslung in seinen Alltag brachte. Wann immer er ihm ein neues Buch zustellte, lud er ihn zu einem tüchtigen Frühstück ein.
Statt eines Päckchens empfing er auf der Mitte des Kinns einen kapitalen Aufwärtshaken. Gleich einem Ölgemälde, das aus Kummer über die unerträgliche Schwere des Hängens seinen angestammten Platz an der Wand verlässt, fiel er dumpf auf den dicken Teppichboden im Flur. Und leider touchierte er auf seinem Weg abwärts mit dem Hinterkopf das kleine Kommödchen. Der Übeltäter griff in die linke Westentasche, zog ein unappetitliches Kuvert hervor und warf es  verächtlich auf MacDonalds Brust. Auf bösen Sohlen verließ er den Ort seiner Übeltat, unbemerkt von der Nachbarschaft.
Der Geschlagene legte einen unfreiwilligen Vormittagsschlaf ein.
Eine zehn Meter hohe Whisky-Flasche baute sich auf, um ihn durch eine Destillerie, mutmaßlich auf der Isle of Islay, zu jagen. An ein Austrinken war angesichts der Menge kaum zu denken. Und gerade als sich das Gefäß anschickte, ihn zu erschlagen, und es nicht unklug gewesen wäre, den Standort zu verändern, versagten ihm die Beine den Dienst. Vor Schreck gelähmt, blieb ihm außer einem markerschütternden Schrei keine Gegenwehr.
Zu seinem großen Glück wurde Alberto Zeuge des imaginären Zweikampfes. Sein Freund tätschelte ihm freundlich die Wangen, und die bedrohliche Flasche zersprang.
MacDonald jammerte angesichts dieser immensen Verschwendung kläglich: »Whisky, Whisky, Hilfe!«
»Ciao, Angus. Beruhige dich, mein Lieber. Es ist alles in Ordnung. «
Obwohl Alberto so sanft wie möglich sprach, nahm der Whisky-Liebhaber noch etwas Zeit für sich in Anspruch, um im Geiste wieder genormte Flaschengrößen zu erkennen.
»Was ist los, wo bin ich, was habe ich gegessen, ist der Krieg schon zu Ende?«
»Eins nach dem andern«, erwiderte Alberto.
»Du bist niedergeschlagen worden und befindest dich auf dem Teppich deines wunderschönen Flurbodens. Über den Sinn des Lebens sprechen wir am besten erst, wenn deine Blessuren etwas zurückgegangen sind. Halten Sie sich aus Dingen raus, die Sie nichts angehen, Sie elender Schreiberling, sonst wird es böse für Sie enden!«
»Wie redest du denn mit mir? Ich bin zwar nicht ganz bei mir, aber so etwas bekomme ich durchaus mit! Mein Erlebnis war fast so schlimm wie das Tiramisu aus Eierlikör, das man mir einst anbot.«
»Es sind nicht meine Worte. Sie stehen in dieser reizenden Note«, erwiderte Alberto.
»Wer schreibt dir bloß solche Briefe, du bist doch kein Journalist? Das ist mein Beruf, wenn ich mich richtig erinnere.« »Dein Sparringspartner wollte seiner Brutalität wohl noch etwas Poesie nachreichen. Da scheint dich jemand so richtig ins Herz geschlossen zu haben. Muss ein regelrechter Koloss gewesen sein.«



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