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Die Tränen der Trainer

Wichtige Fußballbegebenheiten

Trainerpsychologie

Einen Motivationstrick wollte Eintracht-Trainer Klaus Toppmöller in der Spielzeit 1993/1994 anwenden. Vor dem Auflaufen rief er in der Kabine noch einmal seine Mannen zusammen, hieß sie hinsetzen und verschwand kurz im Nebenraum. Als er zurückkehrte, thronte auf seinem Arm ein lebendiger Adler. »Eintracht verleiht Flügel!« schrie Toppmöller die konsternierten Recken an und erteilte den Ratschlag: »Geht raus und haut sie kurz und klein!«
Später offenbarte er dem Kölner Boulevardblatt EXPRESS: »Tut mir leid, ich bin ein Fußballidiot.«

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Als der »Kaiser« noch Nationaltrainer war, pflegte er seine Leute dahingehend einzustellen, daß er ihnen zwischen Tor und Angel noch schnell die Worte mit auf den Weg gab: »Geht's raus und spielt Fußball.«
Gesagt, getan.

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Der Trainer des »Freudenhauses der Liga«, ein gewisser Helmut Schulte, lehnte, dem revolutionär-liberalen Ruf seines Arbeitgebers FC St. Pauli verpflichtet, starke Worte ab und wendete lieber intelligente Kniffe an, um den Kerlen Siegeswillen einzuimpfen. Vor allem seinen Negern erklärte er deshalb vor dem Anpfiff, was zu tun sei: »Ball rund muß in Tor eckig!«
»Danke, Massa!« riefen sie da im Chor.

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Der österreichische Nationalcoach Hans Krankl wußte sich nach einer verheerenden Niederlagenserie einmal zu behelfen, indem er seine müden Adler während eines flugs einberufenen Lehrgangs herholte und ihnen endlich seinen Standpunkt klipp und klar darlegte: »Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.«
Fürderhin klappte es allerdings auch nicht so sehr.

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Um doch zu begründen, warum er seinen bärenstarken, tapferen Kapitän Lottner bereits in der 71. Minute hatte vom Platz holen und unter die Dusche schicken müssen, steckte der eifrige Notator und ehemalige Friedensmarschierer Ewald Lienen den ihrem beruflichen Auftrag genau gehorchenden und darob eifrig mitschreibenden Journalisten: »Ich habe ihn ausgewechselt, weil ich einen anderen Spieler einwechseln wollte. Da mußte ich einen auswechseln.«
Da war es allen klar.

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Während der Trainer Beckenbauer eine seiner Maßnahmen wie folgt erläuterte: »Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.« Und er war seinen Job bei Marseille »los«.

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»Nach dem Spiel«, feuerte Reichstrainer Herberger das müde Team noch vor dem verdienten Entspannungsbad schon wieder, auf die nächste Aufgabe heiß machend, an, »ist vor dem ...« Usfundsoweia.

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Indessen Matthias Sammer, Borussia Dortmund, bereits seine künftige Coachaufgabe erspürend, sprach und widersprach: »Das nächste Spiel ist immer das nächste.«
Der Nächste bitte!




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978-3-938568-13-2, 236 Seiten, Klappenbroschur, ehemaliger Preis: 14,- Euro.
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