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Pinkus Müller

Münsters letzte Altbierbrauerei und Altbierküche

Wie kam der singende Bierbrauer Pinkus Müller zu seinem Spitznamen? Kann man Pannekoken mit Pillewörmer essen? Und warum nur ist das Altbier von Pinkus Müller hell, und nicht dunkel? Dieses Buch bietet überaus detailreich geschildert und reich bebildert die Geschichte der bekannten Brauerei Pinkus Müller, welche als erste in Deutschland nach BIO-Richtlinien braute, und als letzte in Münster das helle Altbier braut und somit eine Tradition aufrecht erhält, welche einstmals etwa 150 Altbierbrauereien in der Stadt ausübten. Esther Bruna hat sin von Braumeister Friedhelm Langfeld nicht nur ausführlich in die Technik des Bierbrauens einweisen lassen, ihr standen auch alle vorhandenen Familienalben zur Verfügung und die reichhaltigen Erfahrungen der älteren Familienmitglieder, die sie interviewte. Neben Seitenblicken in die typisch westfälische Küche und die Kultursprache Plattdeutsch rundet eine Übersicht der ehemaligen Altbierbrauereien Münsters diese umfassende Familien-Chronik ab. Darüber hinaus ist das Buch ein bibliophiles Schmuckstück, für das Esther Bruna als Grafikdesignerin ausgezeichnet wurde.

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Leseprobe:

Pinkus war ein vielseitiger Mensch mit einem ungewöhnlich großen Bekanntenkreis vom Minister, Sänger bis hin zum Schauspieler. Viele Akteure und Freunde der Musik fanden dabei in der heimeligen Altbierküche der Müllers ein Zuhause.
Die Musik spielte dabei schon seit Generationen eine sehr wichtige Rolle. Carl Müller, der Bierbrauer in der zweiten Generation, sang zusammen mit seiner Frau Fanny gerne zur Gitarre Volkslieder. »Vater Jans« trällerte auch gerne das eine oder andere Liedchen und das mit Erfolg.
Besonders im Ersten Weltkrieg stellte sich Jans Müller mit seiner Stimme der »Verwundeten-Betreuung« zur Verfügung. Darüber hinaus sang er in Volkskonzerten und trat in diversen Oratorien auf, die damals im Arbeitervereinshaus an der Schillerstraße stattfanden. Jans’ Name wird noch heute mit der »Musikalischen Deutschen Ecke« verbunden, die er im Jahr 1914 in der Altbierküche ins Leben gerufen hatte.
Pinkus Müller empfing in diesem Kreis wesentliche Impulse für seine musikalische Entwicklung. Die »Musikalische Deutsche Ecke« gab Konzerte für das Deutsche Rote Kreuz und für die drei münsterschen Kriegslazarette im Ersten Weltkrieg. Später gastierte sie auch in den Nachbarorten Telgte, Hohenholte, Haltern und Olfen. Die Musikgruppe bestand bis zum Jahr 1928. Im selben Jahr übertrug Johannes die Gaststätte seinem musikalischen Sohn. Pinkus legte viel Wert darauf, so oft wie möglich seinen Gästen das eigene Bier persönlich zu servieren. Viele Münsteraner erinnern sich, wie er in der Altbierküche von Tisch zu Tisch ging, seine Gäste persönlich begrüßte und nach ihren Wünschen fragte. Auf diese Weise kam es, dass sich lustige Gesprächsrunden bildeten und jeder Gast, der etwas zu sagen hatte, sich zu Wort melden konnte. Durch die vielen aufgeschlossenen Gespräche wurde die Gaststube zum Ort der öffentlichen Meinung. Häufig wurde Pinkus in vertrakten Situationen nach seiner Meinung und um Rat gefragt. Oft hieß es dann: »Gehen wir zu Pinkus Müller und fragen wir ihn mal nach seiner Meinung!« Auf die Weise bildete sich Mitte der dreißiger Jahre der »Freundeskreis um Pinkus Müller«, so wie sein Vater die »Musikalische Deutsche Ecke« um sich scharrte. Die Mitglieder der Stammtischrunde trafen sich immer freitagabends am langen Eichentisch, nahe dem Herdfeuer: Verkehrsdirektor Theo Breider, Architekt Prof. Dipl.-Ing. Harald Deilmann, Chefredakteur Dr. Antonius Eickhoff, Arzt Dr. Heinz Eickhoff, Stadtdirektor Josef Harnisch (später Oberbürgermeister von Trier), Direktor Jo Jellentrup, Oberregierungsrat Dr. Hans Fischer, Sparkassendirektor Franz Lehmköster, Handelsschuldirektor Dr. Arthur Riedel, Regierungsrat Arnold Schlömer, Regierungspräsident Dr. Joseph Schneeberger, Hotelier Georg Steingaß, Kaufmann Heinz Stiegemeier, städtischer Bibliotheksdirektor Dr. Hans Thiekötter, Lokalschriftleiter Walter Werland, Rechnungsrat Fritz Wessel, Steuerberater Dr. Erich Zimmermann und Pinkus Müller.



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978-3-938568-94-1, Halbleinenband mit 268 mehrfarbigen Seiten und Leselitze.
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